Unterwegs: Bikini Art Museum in Bad Rappenau

Die Corona Krise hat uns Bloggern ja mehr oder weniger unfreiwilligen „Hausarrest“ auferlegt.

Umso schöner war es natürlich, als die Presseeinladung zur Eröffnung des Bikini-Art-Museums in Bad Rappenau ins Haus flatterte. Keine Frage – da fahren wir (meine Mama und ich) natürlich hin. 

Bad Rappenau liegt etwa (je nachdem wie man fährt) etwa 1,5 Autostunden von uns entfernt. Vor etwa 10 Jahren haben meine Mama und ich das malerische Städtchen für uns entdeckt, bei einem „Mutter-Kind-Urlaub“. Einer schönen Tradition, die übrigens bis heute lebt. Mindestens einmal im Jahr fahren meine Mama und ich zusammen weg, im Moment allerdings fast ausschließlich in den Vogelsberg, wo mein Opa in einem Seniorenheim lebt

Aber zurück zum Bikini Art Museum. Das Museum liegt etwas außerhalb der Kernstadt in einem Industriegebiet. Was an sich schon mal super ist – wie ich finde – denn ausreichend Parkplätze sind definitiv vorhanden. 

©Miriam Weitz

Hier erst mal die trockenen Fakten zum Museum – das übrigens das erste Museum ist, in dem das gesamte Wissen (sowohl historisch als auch zeitgenössisch) rund um Bademode und Badekultur gezeigt wird. Die Infos sind übrigens der Pressemitteilung entnommen, die uns freundlicherweise am 3. Juli 2020 zur Verfügung gestellt wurde. 

  • 2.000 qm Ausstellungsfläche auf zwei Ebenen mit Kunstgarten
  • Über 170 themenbezogene Kunstwerke
  • 1.200 Bademodestücke, von denen sich etwa 400 in der Ausstellung befinden
  • Die Ausstellungen wechseln ständig 
©Miriam Weitz

FrauenPower wird im Bikini Art Museum großgeschrieben 

Ich muss wirklich zugeben, dass ich schwer beeindruckt bin, was das junge Team rund um den Museumsdirektor Reinhold Weinmann (der an diesem Tag übrigens den schönsten Anzug der Welt aufgetragen hat) auf die Beine gestellt hat – und das mit so unglaublich viel Liebe zum Detail. Das BikiniArt Museum ist für mich der Beweis, dass Geschichte nicht verstaubt, langweilig und mit Jahreszahlen gespickt sein muss.

Extrem spannend fand ich die die Entstehungsgeschichte des Bikinis (damals übrigens ein Skandal – ähnlich wie der Minirock). Anfang des 19ten Jahrhunderts durften Frauen beispielsweise nur in schwerer und unbequemer Kleidung baden gehen, in die teilweise noch Bleibänder eingenäht waren, damit durch den Auftrieb des Wassers bloß nix zu sehen sein könnte. Viele Frauen sind damals beim Baden ertrunken – was ja kein Wunder ist. Wir Frauen mussten übrigens hart dafür kämpfen, dass wir soviel Haut zeigen dürfen. 

©Miriam Weitz

Als Erfinder des Bikinis gilt Louis Réard. 1946 wurden seine damals skandalösen Kreationen auf einer Modenschau vorgestellt (ein sichtbarer Bauchnabel! Skandal!). Heute würden die Stücke übrigens eher als züchtig gelten. 12 der insgesamt noch 16 erhaltenen Originale befinden sich im Besitz des BAM und sind natürlich auch in der Ausstellung zu sehen, selbstverständlich auch der berühmte goldene Réard. Außerdem gibt es noch original Bikinis, beziehungsweise Bademode von Elke Sommer und Brigitte Bardot zu bewundern. Das Highlight für mich war aber – neben der sehr beeindruckenden Brasilien „Abteilung“ – der originale Badeanzug von Marylin Monroe, die ja als die Sexbombe schlechthin gilt.

Was ich ganz großartig finde ist, dass das BAM durchaus auch das Thema „Body Diversity“ aufgreift. Jeder Körper einer Frau ist eben anders und jeder Körper ist schön wie er ist – egal ob dick, dünn, groß, klein, im Burkini oder im Bikini. Das ist das Credo der Ausstellung. Dazu gibt es viele Stücke bekannter Modehäuser wie Dior und Chanel zu bewundern. 

Ein weiteres Highlight für mich war außerdem die Bunny Yeager Ausstellung, die ebenso im Museum zu finden ist. DIE Pin Up Fotografin schlechthin – die übrigens auch selbst als Model gearbeitet hat und deswegen als schönste Fotografin der Welt galt. Ihr verdankt beispielsweise Betty Page ihren Aufstieg in den Pin Up Olymp. Ihre Werke sind wirklich der Hammer! 

Ich werde mir die Ausstellung übrigens definitiv noch einmal anschauen. Ich freu mich schon drauf.

Hier geht es zur Seite des Bikini Art Museums. 
Hier geht es zum Bericht meiner Mama. 



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