Die Sache mit dem „es geht mir gut“

Vor einigen Monaten, als mein Leben auseinander gebrochen ist, gab es echt mehr Tage, an denen es mir richtig schlecht ging als richtig gut. Leider kann ich zu der ganzen Sache, die mir da passiert ist, nicht viel schreiben, weil ich sonst vermutlich ein 35-seitiges Schreiben vom Anwalt bekommen würde, warum ich dies und jenes nicht schreiben darf, inklusive einer riesen Schadensersatzforderung. Ja, es gibt schon tolle Sachen auf dieser Welt. Egal, ich  schweife ab 😉

normale) Frage zu Antworten: Wie geht es dir? Einerseits hatte ich Angst zu antworten: Es geht mir gut, weil ich (wirklich!) Bedenken hatte, man könnte sonst denken, ich würde viel Lärm um nichts machen und ich wäre eine Drama Queen, die nur nach Aufmerksamkeit sucht. Andererseits war es in dieser Zeit schon wirklich ein Highlight für mich, wenn ich ohne Schmerzen durch den Tag gekommen bin (ich hatte Rückenschmerzen, Kieferschmerzen, Ohrenschmerzen, das volle Programm) und sich meine anderen Beschwerden (mein Schlafpensum war so bei vier Stunden die Nacht – und gesunder Appetit sieht anders aus!) in Grenzen hielten. An solchen Tagen ging es mir (heute gesehen) echt gut. Trotzdem hab ich mir (selbst an solchen Tagen!) Gedanken gemacht, auf diese Frage mit „es geht mir gut“ zu antworten. Meisten war meine Antwort: Den Umständen entsprechend (was ja auch ne ehrliche Antwort war und ist). Vor einer Weile habe ich mir über mein damaliges Dilemma so meine Gedanken gemacht. Eigentlich war es völliger Blödsinn, dass ich mir so einen Kopf gemacht habe, was die Leute denken, wenn ich sage: „es geht mir gut“. An einigen Tagen hat es ja damals auch wirklich gestimmt, dass es mir (den Umständen entsprechend) gut ging und ich da wirklich dankbar für war. Meine Freunde und Familie wussten ja damals genau, wie es mir geht (und das war teilweise echt mehr als beschissen). Heute bin ich dankbar, dass ich diese schwere Zeit überstanden habe. Natürlich ist immer noch nicht alles Spaß, und es gibt durchaus immer noch Tage, an denen ich mich meinen Existenzängsten stellen muss. Aber die Erfahrung damals hat mich sehr dankbar gemacht und ich habe (Achtung! Altmodisches Wort!) Demut gelernt. Wenn ich heute auf die Frage: Wie geht es dir? mit: „Es geht mir gut“ antworte, ist es sogar ehrlich gemeint. Ich habe eine richtig schwere Zeit durchgemacht und es überstanden. Zwar ein bisschen zerfleddert, und es wird dauern, bis ich wieder ganz die Alte (also mehr so die Upgrade Version) bin, aber ich kann wirklich sagen: Es geht mir gut!

Wenn ich nur einem Menschen mit diesem Blogbeitrag weiterhelfen kann, dann bin ich wirklich glücklich. Lasst euch nicht unterkriegen, egal wie scheiße die Situation auch ist.  So blöd es sich anhört, es geht immer irgendwie weiter und man darf sich nicht unterkriegen lassen! Macht euch nicht so viele Gedanken darüber, was andere denken. Die, die euch wirklich nahe stehen, wissen wie es euch geht. Das ist das, was zählt.

 

 

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