Rezension Schweinskopf al Dente von Rita Falk

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Rezension Schweinskopf al Dente von Rita Falk
Zum Buch: Es ist angerichtet – Der dritte Fall für den Eberhofer Franz!
Meine Ausgabe: Taschenbuch
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag;
Sprache: Deutsch
ISBN-13:978-3423214254
Preis: 9,95 €uro (Neu)

 

Ein blutiger Schweinskopf im Bett von Richter Moratschek führt Franz Eberhofer auf die Spur eines gefährlichen Psychopathen. Hannibal Lecter ist ein Dreck gegen Dr. Küstner, der in Niederkaltenkirchen sein Unwesen treibt.

Die Autorin: Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt noch immer in ihrer bayrischen Heimat. Sie hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (›Winterkartoffelknödel‹, ›Dampfnudelblues‹, ›Schweinskopf al dente‹, ›Grießnockerlaffäre‹ und ›Sauerkrautkrautkoma‹) sowie den Romanen ›Hannes‹ und ›Funkenflieger‹ in die Herzen ihrer Leser geschrieben.

Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat, wo sie bei der Oma aufwuchs. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie ist Mutter von drei Kindern, lebt in München und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet.

Die Kindheitserfahrungen sind der Schatz, aus dem Rita Falk als Schriftstellerin schöpft. In ihrem Franz-Eberhofer-Krimi bildet ein bayerisches Dorf den Mittelpunkt des Geschehens. Keine Frage, dass es Rita Falk exzellent gelingt, dieses Bild authentisch in Szene zu setzen. Vor allen Dingen die kleinen und großen Schwächen der Menschen sind es, die sie ihren Lesern kenntnisreich und mit einer gehörigen Portion bissigem Humor serviert. Sie hat ihrem Protagonisten, dem Dorfgendarmen Franz Eberhofer, einen original bayerischen Ton auf den Leib geschrieben, der hart, aber herzlich ist. Der Franz sagt halt, was er denkt.

Rita Falk ist sich also beim Schreiben treu geblieben. Ihre eigenen biografischen Wurzeln liefern den Grundstock für amüsante und geistreiche Unterhaltung der besten Lesart. Es bleibt weiterhin spannend – sicherlich wird sie noch viel von sich reden machen, mit ihren Geschichten von »dahoam«.

Meine Meinung: Tja, der Eberhofer Franz und ich, wir werden wohl keine Freunde. Die Winterkartoffelknödel fand ich ja eigentlich noch ganz witzig. Gestört hat mich aber hier schon die wenig empathische Art von unserem Franz. Er liebt seine Oma (vor allem deren essen), sein Papa und er haben ein leicht gestörtes Verhältnis (Althippie trifft auf Dorfpolizist) und für seinen Bruder hat er nicht wirklich was übrig (er nennt ihn liebevoll Schleimsau). Leider wird mir der Franz in Schweinskopf al Dente nicht viel sympathischer. Er besitzt leider nicht den unbeholfenen Charme eines Kluftinger, der ja auch durchaus seine verletzlichen Momente hat. Franz ist mir ein bisschen zu Macho, der auch irgendwie noch mit allem durchkommt. Richtig lesenswert fand ich allerdings die Szene im Baumarkt. Da habe ich sehr herzlich gelacht. Ich würde mir das Buch nicht unbedingt nochmal kaufen. Wenn man aber gerne Geschichten von forschen Dorfpolizisten und deren Männerclique liest und das bayrische Lokalkolorit mag, für den ist Schweinskopf al dente genau die richtige Lektüre.