Rezension „Ich komm auf Deutschland zu“

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Ullstein extra (14. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3864930499
  • ISBN-13: 978-3864930492

Klappentext: 
Firas Alshater ist ein ganz normaler Berliner mit Hipsterbart und Brille, ein Comedian und erfolgreicher YouTuber. Nur, dass er bis vor zwei Jahren in Syrien für seine politischen Videos sowohl vom Assad-Regime als auch von Islamisten verhaftet und gefoltert wurde. Erst die Arbeit an einem Film erbrachte ihm das ersehnte Visum für Deutschland, und Firas betrat den größten Kokon der Welt: den Westen. Seitdem versucht er, uns zu verstehen: das Pfandsystem, private Briefkästen, Fahrkartenautomaten und die deutsche Sprache („Da reicht ein Leben nicht für“). Doch als sein Bruder mit Familie über das Mittelmeer nach Europa kommt, erkennt Firas: Ich bin schon total deutsch. Kann also noch was werden mit uns und diesem neuen Land. Von seinen Erlebnissen in Deutschland und Syrien erzählt Firas witzig, tragikomisch, offen und immer liebenswert frech.

Meine Meinung:
Firas Alshater ist anscheinend der bekannteste Flüchtling Deutschlands. Was ich aber nicht wusste, als ich mir das Buch zugelegt habe. Ich dachte nur: „Cooler Titel, der Klappentext gefällt mir auch, nehm ich mit.“

Er ist wohl der berühmteste Flüchtling Deutschlands und seit dem Buch bin ich auch Fan. Seine Youtube Videos kannte ich vorher noch nicht, habe mir sie dann aber zumindest zum Teil angesehen.

Firas schildert in dem Buch sehr humorvoll die Unterschiede zwischen Syrien und Deutschland (Stichwort: Toiletten, aber lest es selbst) und wie ihn die deutsche Bürokratie fast in den Wahnsinn getrieben hat, vor allem weil er die Schriftstücke zum Teil nicht lesen konnte (mit dem Amtsdeutsch habe sogar ich Schwierigkeiten, wie geht es da einem, dessen Muttersprache eben nicht deutsch ist).
Firas erzählt aber auch aus seiner Gefangenschaft in den syrischen Foltergefängnissen in denen er mehrmals (!) inhaftiert war.
Trotz der zum Teil schockierenden Erlebnisse die er hatte, ist der Grundton des Buches äußerst positiv.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Zum Teil musste ich beim lesen sogar wirklich laut lachen (besonders bei dem Kapitel Tag eins in Deutschland und als Firas sich so seine Gedanken über deutsche Formulare gemacht hat).
Firas berichtet aber auch über die (damaligen) Zustände im LaGeSo und in den Flüchtlingsheimen. Denn eigentlich ist es ja so, dass die Menschen ja zu uns kommen um frei zu sein. In den Unterbringungen sind sie aber alles andere als frei.
Trotzdem verliert Firas nie seine positive Einstellung zum Leben und vor allem nicht seinen Humor.

„Ich komm auf Deutschland zu“ hat mir supergut gefallen und bekommt von mir definitiv eine Empfehlung: Unbedingt lesen!




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